Der Höfken-Hof ...

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    ... liegt direkt an der Niederrheinallee bei Neukirchen-Vluyn am linken Niederrhein.
    Der Bauernhof wurde im 2. Weltkrieg stark zerstört, aber wieder aufgebaut, wobei Anlage und Größe weitgehend beibehalten blieben.
    Der Hof wird schon länger nicht mehr von der Familie Höfken bewohnt, und er ist deshalb auch als "Lauken-Hof" bekannt.
    Aber unter dem Namen "Höfken-Hof" kennen ihn viele Nachbarn noch heute.

    Es gab ihn auch schon vor 200 Jahren:.


     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Man sieht ihn hier auf den Karten von Tranchot und v. Müffling von 1801-1820, auf der farbigen Karte aus dem Jahr 1804
    (zur Orientierung auf dem kleinen Kartenausschnitt "links unten", also südwestlich von Neukirchen) ...


     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    ... und da der Druck etwas unscharf ist, gleich nochmal im Ausschnitt eines schwarz-weißen Kartendrucks ...


     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    ... zusammen mit einigen anderen Bauernhöfen in der Nachbarschaft, deren frühere Bewohner ebenfalls in unserer Ahnentafel vorkommen.

    Es gab ihn auch schon vor 400 Jahren, er hieß damals allerdings noch ein wenig anders.
    Es existiert nämlich eine Urkunde aus dem Jahr 1616 im Stadtarchiv Neukirchen-Vluyn über die Abgabe von Ländereien
    der Honschaft Neukirchen, auf der er als "Dat Goet opten Haeve" erwähnt wird.

    Und es muss ihn sogar noch viel früher gegeben haben, denn einige seiner früheren Bewohner sind in alten Urkunden erwähnt:
Der Name Höfken ...
    ... hat sich dabei im Laufe der Jahrhunderte stark gewandelt.

  • Am 06.06.1448 wird Johan upten Hove bei einer Hofübergabe als Schöffe von Neukirchen erwähnt, er muss also auf dem Höfken-Hof gelebt haben und ist damit ein direkter Vorfahr, genau so wie

  • Heynken up deme Haeve, der am 02.03.1479 und am 12.11.1482 als Heynken up den Hoeve bei Verkäufen ebenfalls als Schöffe von Neukirchen fungiert.

  • Als ein weiterer Schöffe erscheint Dierick ten Hoeve am 03.07.1487.

  • Dann findet sich als Zeuge bei Belehnungen von Lauersfort Herman Hoveken am 21.03.1456 und am 25.04.1456 (als Herm. Hoffken).

  • Am 05.09.1481 wird Heinrich Höffgen aus Rheinberg

  • und am 19.10.1490 Johann Höffgen, Heinrichs Sohn mit dem Aldenrade im Kirchspiel Neukirchen belehnt. Ob und wo genau diese beiden in die Familie hinein passen, ist nicht ganz klar - ebenso wie bei dem/den folgenden:

  • Am 29.05.1495 ist Herman Hoeffken (Richter und Dienstmann zu Werden) Zeuge bei einer Hofbelehnung in Hochemmerich,

  • am 19.12.1495 Herman Hoeffkens als einer der Dienstleute von St. Ludger Zeuge bei einer Hofbelehnung. Während dies sicher der selbe Mann war, bleibt unklar, ob es sich bei dem Herman 40 Jahre zuvor ebenfalls um die selbe Person handelt.

  • Im Jahr 1538 begegnen wir im Abgabenverzeichnis für die Honschaft Parbich dem Girhard up den hoeve und einem Friedrich up den hoeve. Im Abgabenverzeichnis für die Honschaft Neukirchen den Herren Hendrich up den haeve und Johann up dem hoeve.

  • Dann gibt es in den bisher ausgewerteten Urkunden eine Pause, bis zum oben erwähnten Abgabenverzeichnis von 1616, nach dem Hendrich upten Hoove für den Hof zu zahlen hatte. Mit Rupert uffm Hoff der ab ca. 1600 lebte und sein Sohn gewesen sein könnte, geht es dann ohne Unterbrechung (z.T. in weiblicher Linie, siehe auch die Bemerkung zu "modo") hier in der Ahnentafel weiter. Für seinen Namen und den seiner Nachkommen kamen mehrere unterschiedliche Schreibweisen vor.
  • Der Höfken-Hof war also ursprünglich "Das Gut auf dem Hofe" und seine Bewohner hießen somit, wie man heute sagen würde, auf dem Hof oder eben Höfken (manchmal auch mit dem angehängten s, das als rheinisches Namens-Suffix in der Gegend häufig vorkommt: Höfkes, Höffges oder Höffkens). Alle Träger des Namens Höfken in all seinen verschiedenen Variationen (Höffken, Höfkes, Höffgen, ...), die ihre Wurzeln in der ehemaligen Grafschaft Moers haben, müssten ihn wohl auf diese Vorfahren, oder genauer: auf diesen Hof zurückführen können.

    Der Hofname ist als einziger in der Gegend stets ohne unterscheidenden Zusatz (anders als z.B. bei den Dyckschen Höfen, Gartmans-Hof, Lasfonder-Hof, ...) dokumentiert. Es gibt auch keinen Hinweis dafür, dass die zuweilen geäußerte Vermutung, der Name leite sich ab von Höfken = Höfchen = kleiner Hof, eine Basis haben könnte.

    Natürlich ist "Hof" nicht gerade eine seltene Bezeichnung, und so finden wir etliche Personen mit dem Namen Höfken auch woanders.

    So tauchen z.B. in Duisburg recht früh Höffkes oder Haiffken auf, ebenso bei Emsbüren mit den ersten Kirchenbucheintragungen um das Jahr 1600 mehrere Höfken, deren Name bisher jedoch noch nicht direkt auf einen bestimmten Hof oder eine Flurbezeichnung zurückgeführt werden konnte. Umgekehrt finden wir z.B. in Wesel und in Hünxe heute noch die Bezeichnung Höfkensfeld. Ob sie namensgebend gewirkt haben könnte - weiß darüber jemand mehr ?
    Auch aus Hattingen kommen viele Höfken. Dort wurde z.B. 1911 Rudolf Höfken geboren, der später Mitglied der Nationalversammlung und wegen seiner Verdienste um den deutschen Zollverein zum "Ritter von Höfken" geadelt wurde. Woher diese Familie ihren Namen hatte, haben wir noch nicht untersucht.
    Und dann gibt es natürlich noch andere Höfken-"Nester", vorwiegend im Rheinland, aber sooo häufig dann auch wieder nicht ...

Viele Angaben über den Höfken-Hof und seine Bewohner verdanken wir Frau Anne Brüggestraß. In ihren Büchern "Damals - Neukirchen im 17.-19. Jahrhundert" steht noch viel mehr Wissenswertes über die alten Höfe der Gegend.
Das Foto stammt von A. Brüggestraß.
Die Verwendung der Topographischen Karte: © Landesvermessung NRW, Bonn.
Aus dem "Urkundenbuch ..." von Hermann Keussen wurden die frühen "Höfken" zitiert, wobei Frau Mechthild Maaß freundlicherweise u.a. die Angaben von 1538 beisteuerte.

Startseite | Quellen und Bemerkungen | Wir suchen | zu den Ahnen
 
Copyright © 2004 Klaus D. Höfken